shj-familie-wandern-05

Kleine Kräuterkunde

Die wichtigsten Kräuter und ihre Wirkung im Überblick

Die einen sind unaufdringlich, filigran und zwischen Gräsern kaum erkennbar. Die anderen verwandeln mit ihren Blüten ein ganzes Feld in ein Farbenmeer. Mit den einen würzen wir unsere liebsten Speisen. Auf die anderen greifen wir zurück, bahnt sich eine Erkältung an. Die Rede ist von Kräutern. Und diese spielen für uns Menschen seit jeher eine bedeutende Rolle. So sammelten sie unsere Vorfahren zunächst hauptsächlich, um damit Leiden zu lindern. Denn Kräuter enthalten ätherische Öle oder Terpene, die den Körper bei Heilungsprozessen unterstützen können. 

Mittlerweile sind sie aber auch aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. So zählen Petersilie, Basilikum, Thymian und Oregano zu den beliebtesten Küchenkräutern. Und so manch einer schwört auf seine tägliche Tasse Pfefferminztee oder die Prise Zimt auf dem Porridge. Fakt ist allerdings auch, dass das Wissen um Kräuter und deren Wirkung zunehmend abhandenkommt. Dem wollen wir vom Seehotel Jägerwirt entgegenwirken – zum einen mit unserer kleinen Kräuterkunde, zum anderen mit einem speziellen Angebot in der warmen Jahreszeit. Aber dazu später mehr.

Von Petersilie bis Lavendel: Bedeutende Kräuter und ihre Wirkung

Kraut ist nicht gleich Kraut: Streng genommen gibt es sowohl Kräuter im eigentlichen Sinne als auch Gewürze. Zur ersten Kategorie zählen Blätter oder Blüten, wie etwa jene von Baldrian oder Brennnessel. Der Begriff „Gewürz“ bezieht sich hingegen auf Samen, Knollen oder Rinden bestimmter Pflanzen. So gehören etwa Zimt, Kreuzkümmel oder Muskat zu dieser Rubrik. Wir beschränken uns bei unserer kleinen Kräuterkunde bewusst nicht auf eine Gattung, sondern geben einen breiteren Überblick:

  • Petersilie: Petersilie zählt zu den beliebtesten Kräutern überhaupt – daher kommt auch die österreichische Küche nicht ohne sie aus. Ursprünglich stammt diese Pflanze aus Nordafrika und hat sich erst später in den Norden ausgebreitet. Sie besitzt eine rübenförmige Wurzel, aus welcher kahle Stängel entspringen. Je nach Gattung können die Blätter glatt oder kraus sein. Ihr herber bis süßlich-würziger Geschmack verfeinert viele Gerichte, zudem enthält Petersilie etliche Vitamine, darunter viel Vitamin K. Extrakte oder Sude werden bei Diabetes, Herz- und Nierenerkrankungen, Bluthochdruck sowie Magen-Darmbeschwerden eingesetzt. Denn Petersilie wirkt antibakteriell und kann Krämpfe lösen sowie den Blutzuckerspiegel senken. Zudem bekämpft sie freie Radikale und oxidativen Stress.
     
  • Salbei: Salbei gehört zu den ältesten Gewürz- und Heilpflanzen und ist ein wahrer Allrounder. So hat das Kraut eine antibakterielle, schweißhemmende und verdauungsfördernde Wirkung. Verwendet wird es daher nicht nur bei Hals-, Rachen- und Atembeschwerden, sondern auch bei Rheuma, Verdauungsproblemen, leichten Depressionen oder zur Beschleunigung der Wundheilung. Charakteristisch für Salbei sind seine leuchtend violetten, kleinen Blüten sowie länglichen Blätter. In puncto Geschmack scheiden sich allerdings die Geister. Während die einen das bittere, würzige Aroma lieben und damit Fleisch- und Pasta-Gerichte sowie Suppen, Salate und Soßen aufpeppen, begrenzen sich die anderen auf Tees.
     
  • Thymian: Eine weitere beliebte Pflanze, die bei unserem Kräuter-Überblick nicht fehlen darf, ist Thymian. Seine Zweige sind mit kleinen, silbrig-grünen Blättern gespickt und versprühen einen intensiven, aromatischen Duft. Vor allem in der mediterranen Küche landet er in einer Vielzahl an Fleisch- und Tomatengerichten, in Salaten oder auch in der Kräuterbutter. Aber auch als Heilpflanze macht Thymian eine hervorragende Figur: So wirkt er hustenstillend, fiebersenkend, antibakteriell, schleim- und krampflösend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Egal, ob bei Erkältungen, viralen Infekten, Magen-Darm-Beschwerden, Rheuma, Pilzinfektionen oder unreiner Haut – Thymian ist für all dies eine perfekte Wahl.
     
  • Brennnessel: Auffallend gesägte, spitz zulaufende Blätter zeichnen die Brennnessel aus. Diese Pflanze fühlt sich in den heimischen Wäldern und Wiesen besonders wohl, wodurch sie ebenso bereits seit Jahrhunderten als typisches Heilkraut gilt. Durch ihre entwässernde, harntreibende und schmerzlindernde Wirkung kommt sie insbesondere bei Blasen- und Gallenbeschwerden zum Zug, kann aber auch Hautkrankheiten lindern. In der Küche werden damit vor allem Suppen und Pestos aufgepeppt.
     
  • Frauenmantel: Ein weiterer Kräuter-Vertreter, der in erster Linie als Heilkraut gilt, ist der Frauenmantel. Er besticht durch seine großen, trichterförmigen Blätter und seine vielseitigen Eigenschaften. So wirkt Frauenmantel verdauungsfördernd, antioxidativ sowie blutreinigend und kann Menstruationsbeschwerden abschwächen. In der Küche hat er einen weitaus geringeren Stellenwert, wird aber aufgrund seines leicht bitteren, süßlichen Geschmacks immer öfter für Wildkräutersuppen und -salate verwendet.
     
  • Johanniskraut: Insbesondere bei Depressionen oder Unruhezuständen wird Johanniskraut empfohlen. Denn diese Pflanze wirkt gemütsaufhellend, schmerz- und stresslindernd sowie entspannend. Aber auch bei trockener Haut, Gicht, Schwellungen oder Gastritis kann Johanniskraut gute Dienste leisten. In der freien Wildbahn leuchten die gelben Blüten oft schon von Weitem und machen sich auch in einem Blumenstrauß gut, in der Küche spielt Johanniskraut jedoch eine untergeordnete Rolle und wird nur selten verwendet.
     
  • Arnika: Aromatisch duftend, sommergrün und ausdauernd – das trifft auf Arnika zu. Mit ihren dottergelben Blüten verwandelt diese Pflanze Almen in der warmen Jahreszeit in wahre Prachtwiesen. Sie hat aber auch in puncto Inhaltsstoffe viel zu bieten, denn Arnika wirkt entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Deswegen kommt diese Heilpflanze vor allem bei Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen, Entzündungen, Verbrennungen oder rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. In der Küche findet Arnika hingegen keine Verwendung, denn sie gilt als Giftpflanze und ruft Übelkeit hervor.
     
  • Löwenzahn: Ein Meer aus gelben Blüten vermag auch der Löwenzahn zu erzeugen. Die von manchen als Pusteblume bezeichnete Pflanze kann zudem Giftstoffe im Körper binden und diese ausleiten. Zudem wirkt sie antibakteriell, stoffwechsel- und appetitanregend sowie entwässernd. Löwenzahn hat sich daher speziell bei Leberbeschwerden bewährt. Auch in der Küche kommt er immer öfter zum Einsatz – etwa, um Salate zu verfeinern oder Wildkräuter-Pestos den letzten Schliff zu verpassen. In Krisenzeiten griffen die Menschen sogar auf Kaffeeersatz zurück, der aus den Wurzeln des Löwenzahns hergestellt wurde.
     
  • Kamille: Essbar sind auch die langstieligen Blätter und weißen Blüten der Kamille, trotzdem kennen wir dieses Kraut vordergründig als Heilpflanze – und das schon seit Jahrhunderten. Kein Wunder, denn auch sie ist äußerst vielfältig. So kann sie Erkältungsbeschwerden wie Fieber, Schnupfen oder Husten lindern sowie bei Verdauungsbeschwerden helfen. Dabei kommen ihr ihre einzigartigen Eigenschaften zugute – etwa die Tatsache, dass Kamille beruhigend und entzündungshemmend wirkt.
     
  • Pfefferminze: Leicht gesägte, hell- bis dunkelgrüne Blätter sind charakteristisch für die Pfefferminze. Sie sorgt für einen frischen Atem, kann aber auch bei Magen-, Leber- und Gallenbeschwerden, genauso wie bei Übelkeit und Durchfall helfen. Die Gründe hierfür sind, dass Pfefferminze antibakteriell, antiviral, entkrampfend und leicht abführend wirkt. Vor allem süße Gerichte, aber zunehmend auch pikante, werden mit Minze veredelt.
     
  • Lavendel: Lange Stiele und kleine, lilafarbene Blüten zeichnen den Lavendel aus. Diese Pflanze zählt zu den wohlriechenden Kräutern und hat eine stimmungsaufhellende sowie gemüts- und magenberuhigende Wirkung. Egal, ob bei innerer Unruhe, Angstzuständen, Schlaflosigkeit oder Verdauungsbeschwerden – Lavendel ist hierbei die erste Wahl. Zudem hat sich das Kraut bei Lungen-, Leber- und Milzkrankheiten bewährt. In der Küche kommt sein blumig bis leicht bitterer Geschmack ebenso gut an – etwa für Süßspeisen, Kräutermischungen oder als Käse-Topping. 

Die Kräuter der Turracher Höhe entdecken

Österreich ist bekannt für seine einzigartige Natur. Und auch auf der Turracher Höhe sind wir nicht nur mit einzigartigen Zirbenwäldern gesegnet, sondern auf den fruchtbaren Wiesen rund um das Seehotel Jägerwirt herum sprießen auch viele Kräuter. Denn Heimisches wie Arnika oder wilder Thymian lieben die alpine Höhenlage. Wer sich hierfür interessiert, kann entweder allein losziehen und das eigene Wissen auffrischen oder an einer unserer Kräuterwanderungen teilnehmen. Den Höhepunkt dieses Streifzugs bildet die Herstellung einer Pechsalbe. Den Rohstoff hierfür sammeln Sie direkt in der Natur. Ein besonderes Souvenir also, das die Kraft der Turracher Höhe in sich trägt.